Erlangen, 10.05.2010 Die Solar Millennium AG (ISIN DE0007218406) hat am vergangenen Donnerstag, den 6. Mai 2010 ihre ordentliche Hauptversammlung in der Heinrich-Lades-Halle in Erlangen abgehalten. Die Veranstaltung wurde in diesem Jahr von knapp 500 Aktionären, Aktionärs- und Pressevertretern sowie Gästen besucht.
Den Bericht des Vorstands im Rahmen des ersten Tagesordnungspunktes „Vorlage des festgestellten Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2008/2009 mit dem Lagebericht und dem Bericht des Aufsichtsrats" teilten sich die Vorstandskollegen Christian Beltle und Thomas Mayer. Während Herr Beltle im ersten Teil die wichtigsten Ereignisse des abgelaufenen Geschäftsjahres vorstellte, gab Thomas Mayer als Vorstandssprecher im zweiten Teil einen Überblick über die wichtigsten Finanzzahlen der Berichtsperiode 2008/2009. Er ging dabei auch auf einige ausgewählte Tagesordnungspunkte ein und äußerte sich zur aktuellen Geschäftsentwicklung sowie zu den Zukunftsaussichten der Solar Millennium AG.
Im Bezug auf die laufende Sonderprüfung gab Thomas Mayer ein erstes Zwischenergebnis bekannt: „Die von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte durchgeführte Sonderprüfung ist nach wie vor im Gang. Es geht um die Einbeziehung bestimmter Projekte bzw. Projektgesellschaften in die IFRS-Konzernabschlüsse der vergangenen Jahre. Die untersuchten Sachverhalte reichen bis in die Jahre 2004/2005 zurück. Hierbei sind schwierige Sachverhalte und äußerst komplexe Fragen der IFRS-Rechnungslegung zu klären. Das Wichtigste ist allerdings: Die relevanten Projekte wurden alle erfolgreich abgeschlossen, Umsatz und Projektergebnisse konnten realisiert werden, der Geldeingang ist entsprechend den jeweiligen Zahlungsplänen zum Großteil erfolgt. Die Sonderprüfung kann also allenfalls dazu führen, dass die Projektergebnisse anderen Perioden zuzuordnen gewesen wären. Für das Geschäftsjahr 2008/2009 könnte das bedeuten, dass sich Umsatz und Konzernjahresergebnis erhöhen." Der endgültige Bericht wird nach Aussage von Deloitte Ende Mai vorliegen.
Als Überraschungsgast trat vor der Mittagspause der Schweizer Wissenschaftler und Abenteurer Bertrand Piccard auf. In seinem Vortrag betonte er mit Blick auf die Forschungserfolge seiner Familie die Notwendigkeit von Pioniertaten für die Weiterentwicklung der Gesellschaft. Insbesondere in der Nutzung von Solartechnologien sieht Piccard daher eine der Lösungen für die Energieprobleme der Zukunft.
In der anschließenden mehrstündigen Generaldebatte wurden die Fragen der Aktionärsvertreter von SdK und DSW sowie die einiger Aktionäre ausführlich beantwortet. Bezüglich der Berufung und des Rücktritts des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Utz Claassen erklärte der Aufsichtsrat, dass alle damit zusammenhängenden Sachverhalte derzeit noch juristisch geprüft würden.
Bei einer Präsenz von rund 3,5 Millionen Stückaktien, entsprechend einem Anteil am Grundkapital von 28%, wurden alle zum Beschluss stehenden Tagesordnungspunkte mehrheitlich verabschiedet.
So wurde im zweiten Tagesordnungspunkt der Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2008/2009 in Höhe von € 38.705.585,29 mit € 19.352.792,65 in andere Gewinnrücklagen einzustellen und die übrigen € 19.352.792,64 als Gewinn vorzutragen, mit 87,79 Prozent angenommen.
In Einzelabstimmungen wurden im dritten und vierten Tagesordnungspunkt jeweils der Vorstand (Thomas Mayer 84,26%; Christian Beltle 82,97%, Dr. Henner Gladen 83,19%) und der Aufsichtsrat (Helmut Pflaumer 75,76%, Prof. Dr. Michael Fischer 77,54%, Hannes Kuhn 51,15%) für das Geschäftsjahr 2008/2009 entlastet. Bei beiden Einzelabstimmungen wurde der Stimmrechtsausschluss nach § 136 Aktiengesetz berücksichtigt.
Im nachfolgenden Tagesordnungspunkt 5 wurde der Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Aufsichtsratsvergütung für das Geschäftsjahr 2008/2009 mit 78,49 Prozent angenommen.
Auch bei der Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2009/2010 unter TOP 6 folgte die Aktionärsversammlung mit 98,10 Prozent dem Vorschlag des Aufsichtsrats, die Deloitte & Touche GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Nürnberg, zu beauftragen.
Unter dem TOP 7 wurde die Anpassung der Satzung hinsichtlich des Gesetzes zur Umsetzung der Aktionärsrichtlinie (ARUG) mit 98,52 Prozent beschlossen. Dazu gehören vor allem die Ermächtigungen des Vorstands, die Kommunikation mit den Aktionären durch Hinzuziehung elektronischer Medien zu erleichtern.
Mit Annahme des TOP 8 (89,07%) wurde die Satzung dergestalt angepasst, dass die Aktienoptionen des im Vorjahr beschlossenen Aktienoptionsprogramms bei eventuellen Kapitalmaßnahmen vor einer Verwässerung geschützt sind.
Im letzten Tagesordnungspunkt 9 wurde die ebenfalls im Vorjahr beschlossene Ermächtigung des Vorstands zum Erwerb eigener Aktien in einem Umfang von bis zu 10% des Grundkapitals bis zum 05.05.2015 mit 90,12 Prozent der Ja-Stimmen verlängert. Diese Maßnahme erlaubt unter anderem, das Aktienoptionsprogramm ohne die Ausübung des bedingten Kapitals umzusetzen. Darüber hinaus schafft sie einen größeren Handlungsspielraum für den Fall, dass sich interessante Möglichkeiten am Markt bieten.
Über die Solar Millennium AG:
Die Solar Millennium AG, Erlangen, (ISIN DE0007218406) ist ein global tätiges Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien mit dem Schwerpunkt auf solarthermischen Kraftwerken. Zusammen mit seinen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften hat sich das Unternehmen auf Parabolrinnen-Kraftwerke spezialisiert und in diesem Bereich eine Spitzenposition im globalen Wettbewerb erreicht. Solar Millennium ist bestrebt, die Kompetenz im Bereich solarthermischer Kraftwerke weiter auszubauen mit dem Ziel, eine nachhaltige Technologieführerschaft zu erarbeiten und zu sichern. Dabei werden alle wichtigen Geschäftsfelder entlang der Wertschöpfungskette solarthermischer Kraftwerke abgedeckt: von der Projektentwicklung und -finanzierung über die Technologie bis hin zum schlüsselfertigen Bau und dem Betrieb der Anlagen. Solar Millennium hat in Spanien die ersten Parabolrinnen-Kraftwerke Europas entwickelt und zusammen mit Partnern realisiert. Weitere Projekte mit einer Leistung von über 2.000 Megawatt befinden sich weltweit in Planung: Regionale Schwerpunkte sind dabei derzeit Spanien, USA, Indien, China, der Nahe Osten und Nordafrika.
Über die Technologie:
Solarthermische Kraftwerke erzeugen aus der in Wärmeenergie umgewandelten Sonnenstrahlung Strom. Bei einem Parabolrinnen-Kraftwerk bündeln rinnenförmige Spiegel die einfallenden Strahlen auf ein Rohr in der Brennlinie des Kollektors. Durch ihre Absorption wird im Rohr eine Wärmeträgerflüssigkeit erhitzt, die im Kraftwerksblock mittels Wärmetauscher Dampf erzeugt. Wie bei konventionellen Kraftwerken wird der Dampf in einer Turbine zur Stromgewinnung genutzt. Bei Integration eines thermischen Speichers kann der Strom planbar bereitgestellt werden. Die Solarkraftwerke können dann auch nach Sonnenuntergang Strom erzeugen.
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