Die Länder Nordafrikas sind für den Einsatz solarthermischer Kraftwerke auf Grund der dortigen Strahlungsintensität und des vorhandenen Platzangebots prädestiniert. Standorte mit einer jährlichen Direktnormalstrahlung von über 2.400 kWh pro Quadratmeter sind keine Seltenheit und ebene Flächen stehen beinahe unbegrenzt zur Verfügung.
Die Region ist durch die 2009 lancierten Aktivitäten der Dii GmbH rund um das Desertec-Konzept ins Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt. Darüber hinaus bietet der von der Weltbank und der Afrikanischen Entwicklungsbank aufgelegte Clean Technology Fund, der mit einem Gesamtvolumen von 750 Millionen US Dollar („Concessional Loans“) den Bau solarthermischer Kraftwerke in der Region fördert, einen Anreiz für die Staaten Nordafrikas, solche Kraftwerke auszuschreiben.
Im November 2009 hat die marokkanische Regierung den Bau von insgesamt 2.000 MW an solaren Kraftwerken bis 2020 angekündigt (Plan Solaire Marocain). In einem ersten Schritt hat die hierfür neu gegründete Marokkanische Solarenergieagentur MASEN in 2010 mit der Ausschreibung von 125 MW am Standort Ouarzazate auf dem Hochatlas begonnen. Insgesamt sollen an diesem Standort bis 2015 in mehreren Ausschreibungen 500 MW gebaut werden. Solar Millennium hat sich in einem Konsortium mit den Partnern Orascom Construction Industries und Evonik Steag GmbH als eine von insgesamt vier Angebotsgemeinschaften für die Teilnahme an der ersten Ausschreibung präqualifiziert. Ursprünglich hatten sich 19 Konsortien beworben, darunter viele namhafte internationale Großkonzerne.
In Marokko, Algerien und Ägypten werden derzeit die ersten Solarkraftwerke Afrikas fertiggestellt. Hierbei handelt es sich um Hybridkraftwerke, die sowohl Erdgas als auch Solarenergie nutzen. Algerien, das sowohl über nahezu grenzenlose Solar-Ressourcen wie auch über ausreichend Erdgas verfügt, will an dieser Strategie festhalten und führt derzeit die Machbarkeitsstudie für sein zweites von insgesamt vier geplanten Solar-Gas-Hybridkraftwerken mit einem 75 MW Solarfeld durch.
In Ägypten war der Solar Millennium-Konzern an der Realisierung des Hybridkraftwerks mit der ersten Parabolrinnen-Anlage des Landes in Kuraymat, etwa 95 Kilometer südlich von Kairo, beteiligt, das in der gesamten Region als Referenzprojekt gilt. Die Solar Millennium Technologietochter Flagsol lieferte insbesondere das Engineering und wichtige Komponenten für das Solarfeld. Auch Ägypten beabsichtigt, den Bau weiterer solarthermischer Kraftwerke auszuschreiben.