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SOLAR MILLENNIUM AG

26.01.2011

Positive Signale aus den Kernmärkten für solarthermische Kraftwerke

Erlangen, 26.01.2011 Das Jahr 2011 beginnt für die Branche der solarthermischen Stromerzeugung unter guten Vorzeichen. Aus den wichtigsten Märkten der Solar Millennium Gruppe gibt es positive Signale: In Spanien wurde Ende 2010 Rechtssicherheit für die Einspeisevergütung vorregistrierter Projekte geschaffen, in den USA wurden die direkten staatlichen Zuschüsse (Renewable Energy Grants) für Investitionen in solarthermische Kraftwerke um ein Jahr verlängert und in der MENA-Region (Naher Osten und Nordafrika) hat sich Solar Millennium erfolgreich für die Teilnahme an der Ausschreibung für ein 125 MW Solarkraftwerk in Marokko vorqualifiziert.

In Spanien regelt das schon im Dezember in Kraft getretene königliche Dekret 1614/2010 Details zur spanischen Einspeisevergütung und sorgt so für Investitions- und Rechtssicherheit. Diese Regulierungen passen frühere königliche Dekrete an die veränderte Situation auf dem spanischen Markt an. So wurde jetzt die Zahl der vergüteten Volllaststunden für Parabolrinnen-Kraftwerke mit einem 9-Stunden-Speicher auf 4.000 Stunden festgelegt. Das von Solar Millennium entwickelte Kraftwerk Ibersol verfügt beispielsweise über einen Speicher von ca. 8 Stunden und soll im Durchschnitt voraussichtlich 3400 Volllaststunden pro Jahr erreichen. Damit steht für besonders sonnenreiche Jahre ein genügend großer Puffer zur Verfügung. Eine weitere Regulierung bezieht sich auf das erste Betriebsjahr der Kraftwerke: Für diesen Zeitraum wurde die Vergütung auf einen staatlich fixierten Einheitstarif festgeschrieben. Ab dem zweiten Betriebsjahr können die Kraftwerksbetreiber nach wie vor zwischen dem festen und einem variablen Tarif, bestehend aus dem gehandelten Strommarktpreis plus einer Prämie, wählen. Zudem wurde mit diesem Dekret eine Gesetzeslücke geschlossen, so dass rückwirkende Änderungen für vorregistrierte Kraftwerke wie Andasol 3 und Ibersol für die Zukunft ausgeschlossen werden. Auch nach Ansicht des spanischen Branchenverbands Protermosolar sind mit diesem Dekret die Diskussionen des vergangenen Jahres um die Einspeisevergütung endgültig beendet.

Ebenfalls noch im Dezember hat US-Präsident Barack Obama ein Gesetz unterzeichnet, das den sogenannten Treasury Cash Grant um ein Jahr verlängert. Dieses Förderinstrument sieht einen direkten Zuschuss in Höhe von bis zu 30% der Investitionskosten anstelle von nachträglichen Steuervergünstigungen bei Investitionen in alternative Energien wie solarthermische Kraftwerke vor. Ursprünglich sollte diese Förderung nur für Kraftwerke gelten, mit deren Bau bis Ende 2010 begonnen worden war. Das von Solar Millennium entwickelte Projekt Blythe hätte diese Bedingung ohnehin erfüllt, da unter anderem bereits vorbereitende Baumaßnahmen ausgeführt werden. Durch die Verlängerung dieses Förderinstruments verbessern sich jetzt die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für weitere solarthermische Kraftwerksprojekte, die bei einem Baubeginn bis Ende 2011 ebenfalls in den Genuss dieser Förderung kommen könnten.

Marokko hat im Rahmen seines Solarenergie-Förderprogramms ein solarthermisches Kraftwerk mit 125 MW ausgeschrieben. 19 Konsortien hatten sich für die Errichtung des Kraftwerks beworben, nur vier Konsortien wurden vorqualifiziert. In einem dieser vier Konsortien arbeitet die Solar Millennium AG zusammen mit der Evonik Steag GmbH und Orascom Construction Industries, dem ägyptischen Partner, mit dem bereits das ägyptische Hybridkraftwerk Kuraymat realisiert wurde. Der nächste Schritt wird die Abgabe eines konkreten Angebots für das Kraftwerk sein, das am Rande des Hohen Atlas am Standort Ouazarzate entstehen soll.

Auch internationale Studien sehen solarthermische Kraftwerke weiter auf dem Vormarsch. So prognostiziert die aktuelle Studie des Schweizer Bankhauses Sarasin eine installierte Leistung von 32 Gigawatt (GW) im Jahre 2020. Die Studie Solar Thermal Electricity 2025 (von A.T. Kearney / ESTELA) geht im Optimalfall sogar von einer weltweit installierten Leistung von 100 Gigawatt aus. Beide Studien sind zudem zuversichtlich, dass die Stromerzeugungskosten von solarthermischen Kraftwerken im gleichen Zeitraum um rund 30 bis 50 Prozent günstiger werden. Damit würden Stromgestehungskosten von 0,08 bis 0,10 €/kWh erreicht.

Mehr zu den Studien erfahren Sie hier.

Die offizielle Pressemeldung (spanisch) des Branchenverbandes Protermosolar finden Sie hier (PDF).