Energiekonzept der Bundesregierung
"Die im Auftrag der Bundesregierung berechneten Szenarien legen nahe, dass Deutschland langfristig einen erheblichen Anteil seines Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen durch Importe decken muss. Neben der Sicherstellung einer nachhaltigen und klimaschonenden Energieversorgung in den sonnenreichen Ländern Nordafrikas zur Deckung des dort rapide steigenden Energiebedarfs kann der Import von Solarstrom aus Ländern Nordafrikas perspektivisch bis 2050 einen Beitrag für die zukünftige Energieversorgung in Europa leisten, die zunehmend auf erneuerbaren Energien basieren. Aufgrund besserer Möglichkeiten zur Speicherung können solarthermische Kraftwerke (CSP) auch ein Baustein sein, um die künftige, bedarfsgerechte Energieerzeugung durch erneuerbare Energien auch in Deutschland sicher zu stellen..." (Energiekonzept der Bundesregierung, S. 31, 28. September 2010)
EU-Kommissar für Energie Günther Oettinger
"Um Solarenergie aus der Mittelmeerregion in den europäischen Markt zu integrieren, muss die Infrastruktur zwischen Marokko, Spanien und Frankreich sowie zwischen Tunesien, Italien und Deutschland geschaffen werden, die auch mitteleuropäische Länder erreicht..." (EU-Energiekommissar Günther Oettinger, Rede vor dem EU-Parlament Brüssel, 8. Juli 2010)
„(…) ich will Desertec. Ich will Solarstrom aus dem Mittelmeerraum. Ich will, dass wir Tunesien, Libyen, Ägypten, Algerien, Marokko ein Angebot machen. (…) Nicht in diesem Jahr, aber im Laufe dieses Jahrzehnts.“ (Günther Oettinger im Focus-Interview vom 31. Januar 2011)
Norbert Röttgen
"Unsere Strategie ist zugleich eine ökonomische wie eine klimaschutzpolitische Strategie; ich habe das betont, und ich betone das. Die Energiepolitik ist ein zentrales Feld, auf dem sich konkret erweist, wie wir die Ziele unserer ökonomischen und klimaschutzpolitischen Strategie umsetzen wollen. Die Vorgaben, die wir in der Energiepolitik machen (...) sind klar: Der CO2-Ausstoß ist bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren, bis 2050 um mindestens 80 Prozent. Die Stellschrauben sind klar: Sie heißen Energieeffizienz, und sie heißen erneuerbare Energien. (...)" (Bundesumweltminister Nortbert Röttgen, Bundestagsrede 21. Januar 2010)
Frank-Walter Steinmeier
"Vorausschauende Außenpolitik und nachhaltige nationale und internationale Energieversorgung gehen daher Hand in Hand. Die Förderung nachhaltiger Energieformen und Ausbau von Solartechnologie sind somit moderne Formen der globalen Entspannungspolitik; Klimapolitik wird damit auch zur Friedenspolitik. (...) Und Experten des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums arbeiten zur Zeit an einer Idee, hocheffiziente solarthermische Kraftwerke in Nordafrika und im Nahen und Mittleren Osten zu errichten und diese via Hochspannungsleitungen mit dem europäischen Stromnetz zu verbinden. (...) wenn wir uns heute keine Gedanken machen, wie wir die Zukunft gestalten wollen, dann werden uns morgen die Werkzeuge dafür fehlen! Ganz besonders in der Region Nordafrika, Naher und Mittlerer Osten, in der sich wie unter einem Brennglas die großen Herausforderungen für die Außen- und Sicherheitspolitik der nächsten Jahre bündeln. Aber eben auch die riesigen Chancen für die internationale Solar-Politik. (...) Wir müssen die Chancen kluger Solar-Politik weltweit nutzen, um die wirtschaftliche Entwicklung auf nachhaltige Art und Weise zu fördern. Um damit mittelfristig zu verhindern, dass Konflikte um Rohstoffe oder Wasser außer Kontrolle geraten..." (Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, Toblach-Rede 19.10.2007)
Klima-Ausschuss des Europäischen Parlaments
Der Klima-Ausschuss des Europäischen Parlaments debattierte am 19.11.2007 technologische Wege aus der Klimakatastrophe. Der Hauptredner der Anhörung, der italienische Physik Nobelpreisträger Carlo Rubbia, machte sich für thermische Solarkraftwerke stark: Die Sonne bestrahle eine Fläche „von nur 0,13 Prozent der Wüsten im Sonnengürtel der Welt" mit einer Energiemenge, die dem Energieverbrauch der Menschheit entspreche. Durch die Concentrated-Solar-Power"-Technologie (CSP) könne diese Energie nutzbar gemacht werden, so Rubbia. „Mit rechtlichem Rahmen wird Solarstrom zur konkreten Lösung."
Es sei möglich, thermische Solar-Energie in großen Stil in der Sahara zu nutzen und durch eine Verbindung des nordafrikanischen mit dem europäischen Stromnetz für die EU nutzbar zu machen. Aber auch in dünn besiedelten mediterranen Regionen Europas ließe sich diese Technologie effizient nutzen, wie das Beispiel Spaniens belege. Rubbia betonte in diesem Zusammenhang, dass Spanien durch das Schaffen eines rechtlichen Rahmens für die Solarenergie ein positives Beispiel sei. Rubbia betonte, dass CSP-Technologie nicht „Science-Fiction, sondern eine konkrete, revolutionäre Lösung sei, die es verdient im Interesse der Menschheit entwickelt und genutzt zu werden."