Erlangen, 30.01.2009 Die Solar Millennium AG (ISIN DE0007218406) hat nach den vorläufigen Zahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr zum Bilanzstichtag 31. Oktober 2008 nach IFRS ein Betriebsergebnis (EBIT) von rund € 8 Mio. und einen Jahresüberschuss (Ergebnis nach Steuern) von etwa € 6 Mio. erzielt. Der Konzern-Umsatz für das Geschäftsjahr 2007/2008 lag mit etwa € 32 Mio. leicht über dem Vorjahresniveau (€ 31,1 Mio.). Der vorläufige Jahresüberschuss verringerte sich aufgrund der zeitlichen Verschiebung von Anteilsverkäufen um rund 50% gegenüber dem Vorjahr (€ 11,9 Mio.) und blieb damit unter dem Plan, der ein Ergebnis von € 18 Mio. bei einem Umsatz von € 80 Mio vorsah. Die Differenz gegenüber dem prognostizierten Ergebnis, hervorgerufen durch die in das laufende Geschäftsjahr verschobenen Anteilsverkäufe, wird in der laufenden Berichtsperiode 2008/2009 gesondert ausgewiesen. Der Vorstand plant für das laufende Geschäftsjahr 2008/2009 auf Konzernebene ein EBIT von € 30 Mio. plus einen Sondereffekt von ca. € 12 Mio. und einen Umsatz von € 150 Mio. plus einen Sondereffekt von ca. € 48 Mio.
Den Großteil an Umsatzerlösen und Ergebnis hat Solar Millennium in den operativen Geschäftsfeldern Projektentwicklung und Technologie erzielt. Maßgeblich hierfür waren Aufträge für die Projekte der solarthermischen Kraftwerke Andasol 1, 2 und 3 in Spanien sowie das Solarfeld des ägyptischen Hybridkraftwerks in Kuraymat. Gegenstand der Planung waren außerdem Anteilsverkäufe an Kraftwerks- bzw. Projektgesellschaften, die unter anderem wegen noch ausstehender Gremienzustimmungen nicht mehr bis Ende der Berichtsperiode am 31. Oktober 2008 realisiert werden konnten.
Der Vorstand hat im abgelaufenen Geschäftsjahr auf die zunehmende Verschärfung der Finanzmarktkrise reagiert und seine Strategien zur Finanzierung der Kraftwerksprojekte neu ausgerichtet: Neben der bislang gewählten Bankenfinanzierung wird nun eine bankenunabhängige Projektfinanzierung durch den Direkteinstieg von Großinvestoren angestrebt. Für die Projekte Andasol 3 und Ibersol werden seit Längerem erfolgreich Verhandlungen mit Großinvestoren geführt. Außerdem wurde die Möglichkeit zur Veräußerung von Kraftwerksprojektanteilen an Fonds geschaffen. Alle ausstehenden Anteilsverkäufe werden daher in der laufenden Berichtsperiode erwartet. Darüber hinaus plant der Vorstand für das laufende Geschäftsjahr Einnahmen aus Aufträgen für Engineering und Anlagenbau in den Tochtergesellschaften Flagsol und MAN Solar Millennium, den Einstieg von Großinvestoren in das spanische Kraftwerksprojekt Ibersol sowie die Finanzierung und den Baubeginn der beiden Kraftwerke Andasol 3 und Ibersol.
Christian Beltle, Vorstandsvorsitzender von Solar Millennium, erläutert die Planabweichungen: „Bei Projekten dieser Größenordnung kann es durchaus zu einer Verlagerung von Geschäftsvorfällen in die nächste Berichtsperiode kommen, wobei wir die Geschäftsentwicklung und unseren Wachstumsprozess insgesamt stringent weiterverfolgen. Wir können unser operatives Geschäft auch unter den veränderten Rahmenbedingungen der Finanzmarktkrise erfolgreich umsetzen und haben unsere Strategien bereits entsprechend ausgerichtet. Um dies transparent zu machen, werden wir die fehlenden Gewinne und Umsätze des abgelaufenen Geschäftsjahres als zusätzlichen Effekt neben den Zielen des laufenden Geschäftsjahres gesondert ausweisen."
Beltle sieht die Marktentwicklung äußerst positiv: „Die Nachfrage nach solarthermischen Kraftwerken steigt weltweit. Insbesondere in den USA haben sich die Rahmenbedingungen für solarthermische Kraftwerke deutlich verbessert. Zudem hat Präsident Barack Obama massive Investitionen in den Aufbau regenerativer Energieversorgung angekündigt. Die Projektpipelines von Solar Millennium sind vor allem in Spanien und den USA gut gefüllt. Zusätzliche Projekte können durch Ausschreibungen, wie z. B. in der Region des Nahen Ostens und Nordafrika, hinzukommen."
Thomas Mayer, Finanzvorstand der Solar Millennium, erklärt die Strategie für Projektfinanzierungen: „Solar Millennium hat sich auf die veränderten Finanzmarktbedingungen eingestellt und adäquate Strategien entwickelt, um die Handlungsspielräume zu vergrößern. Neben der bankengestützten Projektfinanzierung verfolgen wir zwei weitere Konzepte: die direkte Beteiligung von Großinvestoren mit Eigenkapital und die Platzierung von Fonds zur Finanzierung weiterer Projekte. Diese Strategien können wir flexibel einsetzen. Sie kommen auch bei unseren Kraftwerksprojekten Andasol und Ibersol zur Anwendung."
Das vollständige Ergebnis 2007/2008 wird anlässlich der Bilanzpressekonferenz Anfang März 2009 veröffentlicht.
Über die Solar Millennium AG:
Die Solar Millennium AG, Erlangen, ist ein global tätiges Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien mit dem Schwerpunkt auf solarthermischen Kraftwerken. Zusammen mit den Tochtergesellschaften hat sich das Unternehmen auf Parabolrinnen-Kraftwerke spezialisiert, eine erprobte und zuverlässige Technologie, in der der Konzern weltweit eine Spitzenposition einnimmt. Dabei werden alle wichtigen Geschäftsfelder entlang der Wertschöpfungskette solarthermischer Kraftwerke von der Projektentwicklung über die Technologie, den schlüsselfertigen Bau der Anlagen bis hin zum Betrieb und Kraftwerksbesitz abgedeckt. Solar Millennium hat in Spanien die ersten Parabolrinnen-Kraftwerke Europas entwickelt und mit Partnern realisiert. Weitere Projekte mit einer Leistung von über 2.000 Megawatt befinden sich weltweit in Planung. Regionale Schwerpunkte sind derzeit Spanien, USA, China und Nordafrika. Außerdem entwickelt das Unternehmen Aufwind-Kraftwerke mit dem Ziel, auch deren Marktreife zu erreichen.
Über die Technologie:
Solarthermische Kraftwerke erzeugen aus der in Wärmeenergie umgewandelten Sonnenstrahlung Strom. Bei einem Parabolrinnen-Kraftwerk bündeln rinnenförmige Spiegel die einfallenden Strahlen auf ein Rohr in der Brennlinie des Kollektors. Durch ihre Absorption wird im Rohr eine Wärmeträgerflüssigkeit erhitzt, die im Kraftwerksblock mittels Wärmetauscher Dampf erzeugt. Wie bei konventionellen Kraftwerken wird der Dampf in einer Turbine zur Stromgewinnung genutzt. Bei Integration eines thermischen Speichers kann der Strom planbar bereitgestellt werden. Die Solarkraftwerke können dann auch nach Sonnenuntergang Strom erzeugen.
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